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Ratgeber Migräne

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Migräne
Entstehung von Migräne

Die genauen Gründe für die Entstehung von Migräne sind noch nicht geklärt, es gibt aber einige Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie die Entstehung einer Migräne fördern können. Dazu gehört z. B. eine genetische Veranlagung, die sich durch ein gehäuftes Auftreten von Migräne innerhalb der Familie äußert. Zudem kann ein Ungleichgewicht des Botenstoffs Serotonin zur Entstehung von Migräne führen, da Serotonin auf die Blutgefäße einwirkt. Auch dem Trigeminusnerv wird eine Rolle bei der Entstehung von Migräne zugeschrieben. Er kann sowohl an einer Erweiterung der Blutgefäße als auch an einer Entzündungsreaktion beteiligt sein, die eine Migräne hervorrufen kann.

Entstehung von Migräne

Der genaue Mechanismus der Entstehung einer Migräne ist bis heute nicht vollständig erforscht. Bekannt sind dennoch einige Faktoren, die die Betroffenen für eine Migräne anfällig machen. Dies allein löst allerdings noch keinen Migräneanfall aus. Auch wenn die Prozesse bis zum eigentlichen Migräneanfall noch nicht bis ins Detail verstanden sind, so müssen für die Entstehung einer Migräne auslösende Faktoren hinzukommen.

Genetische Veranlagung

In den Erbanlagen (Genen) von Menschen, die an Migräne leiden, scheint es so etwas wie eine Vorbestimmung für diese Erkrankung zu geben, man spricht in einem solchen Fall von einer genetischen Prädisposition (Veranlagung). Anzeichen für eine genetische Prädisposition einer Erkrankung ist ein gehäuftes familiäres Auftreten. Es wird vermutet, dass bestimmte genetische Merkmale, die zu einer Veränderung der Nervenerregbarkeit führen, bei Patienten mit Migräne vorliegen. Eine über lange Zeit vermutete Minderdurchblutung des Gehirns als Ursache für die Entstehung einer Migräne wurde mittlerweile widerlegt.

Die Rolle von Serotonin bei der Entstehung von Migräne

Serotonin ist ein Neurotransmitter, ein Botenstoff des Nervensystems, dem eine zentrale Rolle bei der Entstehung einer Migräne zugeschrieben wird. Nervenzellen speichern Serotonin und setzen es bei Bedarf frei. Als Ursache einer Migräne wird eine Störung des Serotonin-Gleichgewichts angenommen, was gleichbedeutend mit einer Störung der Nervenerregbarkeit ist.

Die Entstehung einer Aura vor Einsetzen der Migräne wird auf eine Erregung von Nervenfasern der Hirnrinde zurückgeführt, die sich auf weitere Hirnareale ausbreitet und die Hirndurchblutung verändert. Der eigentliche Migräne-Kopfschmerz entsteht durch die Wirkung von Serotonin auf die Blutgefäße. Es erhöht die Durchlässigkeit der Gefäßwände für bestimmte weitere Stoffe, die dann Schmerzrezeptoren reizen. Zudem führt Serotonin zu einer Freisetzung weiterer Botenstoffe, die zum Beispiel zu einer Erweiterung der Gefäße außerhalb des Hirns führen und so für Übelkeit und Erbrechen verantwortlich sein können.

Der Trigeminusnerv

Der Trigeminusnerv ist der Gesichtsnerv. Für eine mögliche Ursache einer Migräne gibt es zwei Theorien, die den Trigeminusnerv betreffen. Die erste ist die so genannte vaskuläre Hypothese, die auf der Beobachtung erweiterter Blutgefäße im Hirn während eines Migräneanfalls beruht. Diese Erweiterung wird als Teil des trigeminovaskulären Reflexes angesehen. In den Wänden der betroffenen Blutgefäße im Hirn befinden sich freie Nervenendigungen des Trigeminusnerven, die bei einer Migräne aktiviert werden.

Die zweite Theorie ist die Hypothese der neurogenen Entzündung. Es wurde nachgewiesen, dass während eines Migräneanfalls Entzündungsfaktoren ausgeschüttet werden. Diese werden aus den freien Nervenendigungen des Trigeminusnerven freigesetzt.

Generell wird davon ausgegangen, dass die Ausbildung des Kopfschmerzes bei einer Migräne im Hirnstamm erfolgt, genauer: in einer bestimmten Hirnregion, dem Trigeminuskern. Im Trigeminuskern werden Signale wie Schmerzen verarbeitet, die vom Trigeminusnerv dorthin geleitet werden.

Lydia Köper

Diagnose Migräne

Die Diagnose von Migräne besteht i. d. R. aus einem ausführlichen Arzt-Patientengespräch, der sog. Anamnese, einer Beschreibung der Art des Kopfschmerzes durch den Patienten sowie einer körperlich-neurologischen Untersuchung. Bei der Anamnese holt der Arzt Informationen ein, die Aufschluss über eine mögliche erbliche Vorbelastung geben und die die Migräne von anderen Erkrankungen abgrenzt. Auch die Beschreibung der Kopfschmerzattacke durch den Patienten kann dem Arzt bei der Diagnose helfen. Bei der Untersuchung des Patienten zur Diagnose einer Migräne kann das Elektroenzephalogramm zum Einsatz kommen. Damit werden die elektrischen Hirnströme gemessen. Eine Ultraschalluntersuchung kann eine mögliche Veränderung der Durchblutung im Gehirn aufzeigen.

Bei einer Migräne kann es bestimmte Faktoren geben, die einen Migräneschub auslösen können, sog. Triggerfaktoren. Dazu gehören u. a. Stress, der Konsum von Nikotin und Alkohol oder Schlafmangel. Um sich diese möglichen Auslöser bewusst zu machen, kann ein Kopfschmerzkalender hilfreich sein. Darin trägt der Betroffene die Art des Kopfschmerzes sowie den Zeitpunkt des Auftretens ein. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln sollte darin vermerkt werden. Zur Vorbeugung einer Migräne können verschiedene Entspannungsverfahren oder Akupunktur zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollte Stress vermieden und für ausreichend Schlaf gesorgt werden. Ausdauersportarten wie z. B. Joggen können ebenfalls hilfreich bei der Migräneprophylaxe sein.

Bei einer Migräne leiden die Betroffenen unter einem starkem Kopfschmerz, der i. d. R. nur einseitig auftritt. Man unterscheidet zwischen Migräne mit und ohne Aura, ophthalmoplegischer und retinaler Migräne sowie periodischen Syndromen in der Kindheit. Bei der Migräne ohne Aura kann es zu Symptomen wie Übelkeit und Überempflindlichkeit z. B. gegen Licht kommen. Die Migräne mit Aura wird meist zusätzlich zu diesen Symptomen von Begleiterscheinungen wie Seh- oder Sprachstörungen begleitet. Die ophthalmoplegische Migräne äußert sich in Form einer Augenmuskellähmung, während die retinale Migräne sich auf die Netzhaut auswirkt. Es kann zu einen Gesichtsfeldausfall in einem Auge kommen.